Autor Thema: Unseriöse Kontakte/Scam (Betrug) im Internet  (Gelesen 5822 mal)

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Unseriöse Kontakte/Scam (Betrug) im Internet
« am: 12. Dezember 2010, 22:23:53 »
Auf Babble.com (diese Internetseite spreche ich gleich zu Beginn von einer Mitschuld frei) hat alles mit einer Nachricht von „Mutton4you“ angefangen. Da ich auf dieser Seite angemeldet bin, um mein English zu verbessern, hatte ich mich über diese Nachricht gefreut und sie natürlich auch beantwortet.
 
Sehr schnell tauschten wir unsere Mailadressen bei Yahoo aus und schrieben uns sehr viele und sehr nette Nachrichten.Zu Beginn unseres Maildialoges tauschten wir, typisch Smalltalk, Allgemeines aus der Vergangenheit und des Alltags aus.
 
Er schrieb, dass er Mark bzw. Markus Mutton heißt, einen Sohn namens Smith und einen Hund namens Willy hat und in Ohio wohnt. Seine Frau ist ganz tragisch, nach einem schweren Autounfall, ums Leben gekommen. Jetzt lebt er in Ohio und ist in der Autoersatzteilbranche tätig. Er ist oft auf Dienstreisen und muss dann seinen Sohn, der nunmehr 12 Jahre alt ist in einer Schule übernachten lassen. Seinen Hund gibt er während dieser Zeit beim Tierarzt ab, eine sogenannte Tierpension.Da er keine Freunde in dieser Stadt hat, ist er sehr einsam und er schrieb mehrmals wie sehr er sich freut mich kennengelernt zu haben und vor allem wie sehr er mich liebt und vermisst. Ihm war es auch ganz wichtig von mir zu wissen, dass ich ebenfalls nicht viele Freunde in meiner Stadt habe.Während unserer Mailbekanntschaft war er u. a. in Japan auf Dienstreise. Dort hatte er einen Ring gekauft, welchen er mir, sobald er mich besuchen kommt, schenken wird, weil er mich soooo liebt.
 
Irgendwann fragte ich ihn einmal, wie er mich denn so lieben könnte, da er mich nicht persönlich kennt. Ich lebe in einer glücklichen Beziehung und versuche, wie die meisten Babbel-User, meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Aber ok! Er hatte darauf natürlich auch wieder eine passende Antwort. Er schrieb, als er mein Bild sah, hat er sich sofort in mich verliebt und ich würde so nett schreiben und es würde ihm zeigen, dass ich ihn verstehe und wir beide für einander bestimmt sind.Er schickte mir auch ein Bild von seiner verstorbenen Frau und seinem Sohn und natürlich auch Bilder von ihm und seinem Hund. Auf dem Bild war sein Sohn ca. 2 Jahre alt, ich fragte, nicht nur einmal, nach einem neuen, aktuellen Bild, bekam jedoch keines. Auch die Angabe seines Geburtstages und sein Alter variierten. Während eines Chats fragte ich ob er „Donatos“ kennt. Denn Donatos ist eine weitverbreitete Pizza-Kette in Ohio, so oft wie bei uns McDonald’s. Zunächst ignorierte er die Frage, da ich jedoch nicht locker ließ, da es mir schon merkwürdig vorkam, schrieb er dann, er koche immer selbst und würde da nicht essen.
 
Spätestens zu dieser Zeit glaubte ich ihm nichts mehr und hielt den Kontakt nur noch wegen meines English-Lernens aufrecht. Seinen damaligen Account hatte er bereits auf Babble.com gelöscht.
 
Während dieser Zeit sah im TV einen Beitrag von einer Frau, ich nenne sie „Marianne“. Sie erzählte, dass Sie auf einen Internetbetrüger, ich nenne ihn jetzt einmal „David“, hereingefallen ist. „David“ und „Marianne“ haben sich im Internet auf einem Partnerportal kennengelernt. „David“ hat ihr geschrieben wie sehr er sie liebt und das er sie bald besuchen wird. Auch „David“ hatte einen Sohn und war alleinerziehend. Irgendwann ist „David“ mit seinem Sohn nach Afrika geflogen. Dort ist der Sohn schwer erkrankt und „David“ hat Marianne um Geld gebeten, sein Geld war bereits aufgebraucht. „Marianne“ war so gutgläubig und hat ihre gesamten Ersparnisse, viele Tausende von Euro, nach Afrika überwiesen. Von „David“ hat sie nie mehr etwas gehört oder gelesen und ihr Geld ist auch futsch.
 
Als ich diesen Beitrag sah, war mir klar, daß „mein Mark“ ein „David“ ist. Erst wollte ich den Kontakt gleich abbrechen, aber ich wollte einfach wissen, wie weit dieser skrupellose Mensch „Mark“ gehen wird. Es kam, wie es kommen musste. Mark plante eine Dienstreise nach Ghana (Afrika) zu welcher er seinen Sohn mitnehmen würde. Da dieser immer so traurig ist, wenn sein Papa ohne ihn unterwegs ist. Ja und dann dauerte es gar nicht mehr lange und er ließ die Katze aus dem Sack. Mark musste feststellen, dass seine Kreditkarte in Ghana nicht funktioniert und er bat mich ihm zu helfen. Er könne nichts zu essen und zu trinken kaufen und sein Sohn würde doch so sehr darunter leiden müssen. Ich ließ mich noch etwas auf das „Spielchen“ ein und gab ihm erst einmal gute Ratschläge. Wie z. B. bei der Botschaft melden etc. Mark hatte auf alles eine Ausrede, teilweise natürlich sehr fadenscheinig. Ich teilte ihm dann mit, dass ich ihm Geld in das Hotel überweisen würde und er mir seine Passnummer, den Namen und die Bankverbindung des Hotels mitteilen sollte. Er teilte mir nur eine Bankverbindung mit. Schrieb, dass sein Pass im Hotel hinterlegt ist und er ihn erst wiederbekommt, wenn er die Rechnung bezahlen kann. Nachdem ich nicht locker lies und den Namen des Hotels wissen wollte, nannte er mir einen Hotelnamen. Man soll es kaum glauben, aber dieses Hotel gibt es in Ghana wirklich (habe es im Internet nachgeschaut). Jetzt tat ich so, als hätte ich ihn in diesem Hotel angerufen und ihm mitgeteilt wie komisch es ist, dass ihn in diesem Hotel keiner kennt. Seiner Meinung nach hatte ich sicher die falsche Nummer gewählt, denn auf Nachfragen seinerseits im Hotel hätte niemand aus Deutschland angerufen. Er gab mir dann eine Telefonnummer (diese hier: +233 276 846 343) unter welcher ich ihn in seinem Hotel in Ghana anrufen könnte.
 
Letztendlich hatte ich dann keine Lust mehr dieses „Spielchen“ weiterzuspielen. Ich schrieb ihm was er doch für ein schlechter Mensch ist und das ich hoffe, dass Gott ihm seine Betrügereien vergeben wird.
 
Als mir klar war, dass dieser Mark ein Betrüger ist, wollte ich erst die Polizei einschalten. Dann habe ich mir jedoch nochmals den Bericht von „Marianne“ durch den Kopf gehen lassen und habe davon abgesehen. In diesem Bericht wurde deutlich gemacht, dass man gegen diese Internet-Mafia nichts ausrichten kann. Seinen Account bei Babble.com hatte er schon vor längerer Zeit gelöscht und nachdem ihm klar wurde, dass er von mir kein Geld zu erwarten hat, war auch der Account bei Yahoo gelöscht.
 
Ich kann nur jeden davor warnen, irgendwelche Geldbeträge an einen völlig fremden Menschen, und ist er oder sie auch noch so nett und schmeichelt uns, zu überweisen.Fazit, die Scamer/Betrüger siedeln sich nicht nur in Partnerbörsen an sondern sie sind überall im Internet zu finden.
 
Ich möchte keine Panik machen, da es auch Partnerseiten, wie z. B. „DAMDOO.DE“ (http://www.damdoo.de) gibt, die auf Scamschutz sehr viel Wert legen, aber Vorsicht ist auf jeden Fall angesagt.
 
Augen auf, Gehirn einschalten!!!
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2010, 16:04:13 von admin »

 

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